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Betreuung in einem MZEB

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Mein/Ihr Kind wird erwachsen. Wie kann eine weitere adäquate medizinische Betreuung gewährleistet werden?

Was ist ein MZEB?

Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen wurden bis vor Kurzem mit Vollendung des 18. Lebensjahres weitgehend von einer gesundheitlichen Versorgung durch spezialisierte Ärzte und Therapeuten ausgeschlossen. Nach der in der Kindheit qualifizierten ambulanten Versorgung in sozialpädiatrischen Zentren (SPZ) wurden sie auf das für alle Bürger zur Verfügung stehende Gesundheitssystem (Regelversorgung) verwiesen. Dies führte oft zu einer nachweisbaren Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Betroffenen.

Um die Lücke in der ambulanten medizinischen Versorgung von erwachsenen Menschen mit Behinderung zu schließen, wurde im Jahr 2015 eine gesetzliche Grundlage für die Errichtung von MZEB geschaffen.

Ein MZEB – Medizinisches Behandlungszentrum für Erwachsene mit geistiger oder schwerer Mehrfachbehinderung – ist eine ambulante, interdisziplinäre Einrichtung, welche ein zusätzliches Versorgungsangebot für Erwachsene mit Behinderung neben und zur Ergänzung des normalen Gesundheitssystems (Regelversorgung) bietet.

Die Behandlung in einem MZEB richtet sich an Erwachsene, mit motorischen, geistigen und/oder kommunikativen Störungen, die angeboren oder zu einem späteren Zeitpunkt im Leben erworben wurden.

Reha-Therapie eines Patienten mit Gehbehinderung

Die Untersuchungen und die Entwicklung eines abgestimmten Behandlungsplans finden dabei an einem einzigen Ort statt, wobei das betreuende Team sich aus verschiedenen ärztlichen und nichtärztlichen Fachrichtungen zusammensetzt.

Darunter zählen unter anderem:

  • Fachärzte für Neurologie
  • Fachärzte für Innere Medizin
  • Psychologen
  • Physio-, Ergotherapeuten
  • Sozialarbeiter
  • Weitere je nach Schwerpunkt des MZEB

Beispiele ausgewählter Leistungen (nicht vollständig) der MZEB:

  • Überleitung junger Erwachsener vom SPZ zum MZEB
  • Erstellung od. Anpassung eines individuellen Behandlungsplans und Einleitung der Therapie
  • Koordination von Leistungen zwischen Therapeuten, Fachärzten und Krankenhaus
  • Einholung von Zweitmeinung
  • Kommunikation in einfacher Sprache ggf. unter Einsatz von Kommunikationshilfsmitteln
  • Anleitung und Schulung von Bezugspersonen und Angehörigen d. Patienten
  • Beratung/Vermittlung von Heil- und Hilfsmitteln
  • sozialmedizinische Beratung und Unterstützung bei Antragsstellungen

Wo in Sachsen finde ich die MZEB?

In Deutschland existieren derzeit (Daten von 2019) 38 Medizinisches Zentren für Erwachsene mit Behinderung.

Raum Dresden:

Epilepsiezentrum Kleinwachau: MZEB

Hinweis: Um im MZEB Kleinwachau behandelt zu werden, muss NICHT zwangsläufig eine Epilepsie-Erkrankungen diagnostiziert sein.

Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung am Städtischen Klinikum Dresden Neustadt

Leipzig:

Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung (MZEB) am Universitätsklinikum Leipzig

Hinweis: Spezialzentrum für Leukodystrophien im Erwachsenenalter

Chemnitz (geplant):

Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung – Poliklinik Chemnitz

Wer kann sich in einem MZEB vorstellen?

Um in einem MZEB behandelt werden zu können, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Vollendung des 18. Lebensjahr
  • Grad der Behinderung von mindestens 70%
  • Merkzeichen (G, aG, H, BI, GI) im Schwerbehindertenausweis (SBA)
  • Überweisung vom Haus- oder Facharzt

weitere Quellen:

BAG MZEB – BAG MZEB e.V. – Bundesarbeitsgemeinschaft für medizinische Zentren für Erwachsene mit geistiger und mehrfacher Behinderung

Medizinische Versorgung für Erwachsene mit Behinderung: Hohe Hürden für den Aufbau und Betrieb von Behandlungszentren

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